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Schutz von Wegeseitenrändern

Veröffentlicht von UL (uwe) am 30.04.2019
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„Mit Geolife, Feldblockfinder, Landmap und Lea-Portal Niedersachsen stehen Mittel zur Verfügung, mit denen jeder, teils kostenlos, die Grenzen zwischen Wegrainen und angrenzender Nutzung eindeutig festzustellen kann“, erklärte Radtke. Er wies besonders darauf hin, dass das Bundenaturschutzgesetz die Gemeinden zur Schaffung einer Biotopvernetzung mithilfe von Feldrainen oder Hecken verpflichte. Leider werde diese gesetzliche Verpflichtung fast nirgendwo beachtet.
Über das Vorgehen beim festgestellten Überpflügen gemeindlicher Wegeseitenränder in Eggermühlen berichtete der stellvertretende Bürgermeister Wilhelm Schwietert. Nach allgemeiner Thematisierung des Missstandes seien von einigen Landwirten positive Änderungen vorgenommen worden. Die anschließende direkte Ansprache weiterer Flächenbesitzer habe auch geholfen. Wer trotzdem nicht reagiert habe, werde jetzt angeschrieben. Wer Lohnunternehmer beauftrage, müsse diese entsprechend anweisen. Notfalls werde die Gemeinde widerrechtlichen Anbau beseitigen, auch kurz vor der Ernte.
Kontrovers diskutiert wurde die Nutzung von Wegeseitenrändern für Kompensationsmaßnahmen. Während Radtke darauf hinwies, dass Wegraine ohnehin in einem ökologisch guten Zustand zu halten seien, sprach sich der Ankumer Bürgermeister Detert Brummer-Bange für die Nutzung als Kompensationsfläche aus, da andernfalls eine Aufwertung nicht zu erreichen sei. Radtke wies daruf hin, dass das Umweltministerium in Hannover Anfang des Jahres eindeutig klargestellt habe, dass bei Kompensationsmaßnahmen auf Wegrainen nicht vom aktuellen Ist-Zustand der Fläche, sondern vom rechtlich geforderten Soll-Zustand auszugehen sei. Insofern müsse das Kompensationsmodell des Landkreises Osnabrück überarbeitet werden.
„Lasst in der Brut- und Setzzeit die Finger von den Wegeseitenrändern“, forderte der Badberger Ratsherr Holger Fuchs-Bodde-Gottwald. In seiner Gemeinde sei das Mähen und Schlegeln in der Zeit vom 1.4. bis 15.7. ausgeschlossen worden. Es gelte, Bauhöfe und Bürger noch mehr zu sensibilisieren, dass vor Schützenfesten Wegeraine nicht kurzgeschoren werden müssten. Gerd Kohnen wies auf die Einstellung eines Blühstreifen-Managers durch den Zweckverband Erholungsgebiet Hasetal hin, um zwischen Rieste und Meppen auf möglichst vielen Flächen mehrjährig blühende Pflanzen eingesät zu bekommen und dadurch dem rapide weiter beschleunigenden Insektensterben entgegenzuwirken. Es gebe Gelder für die Anschaffung von Saatgut sowie Hilfe bei Vermessung und Auspflockung des öffentlichen Besitzes.
„Alle müssen zum Schutz der Natur weiter aktiv bleiben“, betonte der Ankumer Ratsherr Ralf Gramann. Seine Gemeinde habe bereits mit der Bepflanzung von Wegeseitenrändern begonnen. Für die Nutzung im eigenen Garten und Umfeld verteilte er Blühsamen der Grünen unter dem Motto „Rettet die Bienen“. Ein naturnaher Garten sei eine wichtige Alternative zu Steinschüttungen und Hackschnitzel, schon 1 m² Stauden seien hilfreich.
Solches Engagement bedürfe Unterstützung, erklärte die Landratskandidatin der Grünen, Anna Kebschull. Die Aktionen vieler junger Leute auch im Rahmen von „Fridays für Future“ stimme sie hoffnungsvoll auf ein gesellschaftliches Umdenken in Richtung Bewahrung unserer Lebensgrundlagen.
Für die Kettenkamper Grünen, die die Veranstaltung angeregt hatten, bekräftigten Bernd Schwietert und Klaus Schlüwe, weiter an dem Thema dran zu bleiben und insbesondere in den nächsten Wochen einen Blick auf die Wegraine in der Gemeinde werfen.

  Foto (v.l.n.r.): Klaus Schlüwe und Bernd Schwietert begrüßten Manfred Radtke zum Vortrag im Ankumer Heimathaus.

Zuletzt geändert am: 30.04.2019 um 18:02:16

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